„Nach ‚lieben‘ ist ‚helfen‘ das schönste Zeitwort der Welt“ – so lautet ein Zitat der österreichischen Schriftstellerin, Pazifistin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner. Sie hat diesen Satz im Jahr 1905 gesagt, aber ihn denken und fühlen sicher auch im Jahr 2019 etliche Menschen, die sich dem Helfen verschrieben haben.  So wie die Männer und Frauen unterschiedlicher Konfessionen, die sich ehrenamtlich im Asylkreis Schwalmtal engagieren. Manche von ihnen schon bewunderswerte fast drei Jahrzehnte lang. Seit 1991 gibt es den Asylkreis bereits und manche der Helfer*innen von damals sind tatsächlich heute noch dabei. Sie alle kümmern sich um geflüchtete Menschen, die unserer Gemeinde Schwalmtal zugewiesen wurden.

Foto: Werner Lüders

Praktische Hilfe und menschliches Interesse

Im Spannungsfeld von Heimatverlust und Entwurzelung und der vagen Hoffnung auf eine bessere Zukunft in unserer Mitte versuchen sich diese Menschen in einer fremden Kultur zurechtzufinden und ein neues Leben zu beginnen. Das ist nicht immer leicht, vor allem die deutsche Bürokratie und die damit verbundenen Papier- und Formularberge stellen für viele Menschen aus anderen Kulturkreisen unüberwindbare Hindernisse dar. Ohne Hilfe würde so mancher Antrag nicht gestellt, bliebe so mancher Brief unbeantwortet, würde so manche Frist verstreichen.

Neben der ganz praktischen Hilfe im Alltag, wollen die Asylkreisler*innen den Asylbewerber*innen auch ein kleines Zeichen des Interesses und der Gastfreundschaft geben und sich ihnen als freundliche Mitmenschen zeigen. Sie hören sich die Sorgen und Nöte an, helfen bei Problemen und begleiten zu Ärzten und Ämtern. Sie versuchen, den Kontakt zu Einheimischen zu ermöglichen und Freundschaften anzubahnen. Schöne Sommerfeste auf dem Marktplatz in Waldniel waren gelungene Feste der Begegnung.

Das Konzept ist so einfach wie einleuchtend: Individuelle Verbindung schafft Vertrauen, Barrieren werden abgebaut, bei Besuchen erfahren die Ehrenamtlichen mehr über die neuen Mitbürger*innen, man lernt sich kennen.

Foto: Biggi Mestmäcker

Im Jahr 2014 wurde  der Asylkreis mit einem Integrationspreis des Kreises Viersen ausgezeichnet. Als im Sommer 2015 so viele Menschen – vor allem aus Syrien – zu uns kamen und für ein paar kurze Monate eine große Welle eines herzlichen Willkommens durch unser Land ging, wuchs auch der Asylkreis Schwalmtal von wenigen verbliebenen Helfer*innen auf eine stattliche Zahl von mehr als 70 Unterstützer*innen. Aber der Enthusiasmus hielt genauso wenig an, wie die so genannte Willkommenskultur. Heute ist der Asylkreis wieder auf eine beschauliche Anzahl von Engagierten geschrumpft und jede und jeder im Asylkreis freut sich über weitere Unterstützung. Neue Gesichter sind herzlich willkommen. Man trifft sich unverbindlich zum Jour fix jeden Donnerstag  um 19.00 Uhr in der Naafi in der Dülkener Straße 202. Kommt einfach vorbei oder meldet euch gerne auch hier in den Kommentaren. Der Kreis freut sich im Übrigen auch über jede Spende.

 

 

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